Der Verband der Kleingärtner – Teil 2

By | Juni 11, 2017

Zur ständigen Information sowie zur Verallgemeinerung der Erfahrungen der besten Mitglieder gibt der Verband eine eigene Zeitschrift heraus, „Garten und Kleintierzucht“, mit 4 speziellen Ausgaben für die verschiedenen Fachrichtungen. Der Verband verfügt über eine eigene Verkaufseinrichtung, „Organisationsbedarf“, die mit fast allen Dingen handelt, die für die Verbandsarbeit erforderlich sind.

 

Insbesondere durch den Verband werden die Mitglieder angeregt, Obst, Gemüse und tierische Produkte für den Eigenbedarf zu erzeugen und darüber hinaus, entsprechend den Möglichkeiten, auch an den Handel zu verkaufen. Dazu ist ein umfangreiches Aufkaufstellennetz in Großhandelsbetrieben, in den Einzelhandelsgeschäften, in der verarbeitenden Industrie und in Großküchen geschaffen worden. In den Kleingartenanlagen wurden zusätzlich 694 sparteneigene Aufkaufstellen eingerichtet.

Die Mitglieder des und andere Kleinerzeuger erwarten von den entsprechenden Aufkaufbetrieben bzw. vom Handel, daß
– alles, was dem Handel angeboten wird, bei entsprechender Qualität aufzukaufen ist, auch Kleinstmengen,
– die Wege zur Aufkaufstelle möglichst kurz sind,
– auch nach Feierabend und an den Wochenenden aufgekauft wird,
– für die zum Aufkauf gebrachten Produkte ein guter Preis gezahlt wird und die Produkte auch sofort bezahlt werden.

Den Aufkaufbetrieben des Großhandel Obst, Gemüse und Speisekartoffeln ist sehr viel daran gelegen, mit Kleinerzeugern und Sparten des Liefervereinbarungen abzuschließen, damit der Großhandelsbetrieb besser disponieren kann. Der Abschluß einer Liefervereinbarung bedeutet für den Kleinerzeuger keinerlei Risiko; es gibt also bei Nichterfüllung nicht etwa eine Vertragsstrafe. Der Vorteil hingegen besteht darin, daß es bei einigen Kulturen Preiszuschläge gibt und größere Mengen durch den Aufkaufbetrieb auch direkt abgeholt werden.

Im Rahmen der Eigenversorgung entsprechend dem Bedarf erhält die Kleinproduktion, insbesondere für die Frischversorgung, eine immer größere Bedeutung. Deshalb ist der Zeitraum der Eigenversorgung mit Gemüse vom Monat Mai bis möglichst weit in den Herbst auszudehnen. Damit erlangt der Frühgemüseanbau, der frühe Freilandanbau und der Herbst- und Überwinterungsanbau von Gemüse überall größte Bedeutung. Durch die stabilen Aufkaufpreise ist für die Kleinerzeuger ein hoher materieller Anreiz geschaffen worden; denn der Staat bietet auf lange Sicht Mindesterzeugerpreise. Für den Abschluß von Liefervereinbarungen und beim Frischverkauf auf Märkten gibt es außerdem noch Preiszuschläge.

Diese Maßnahmen haben das Ziel, alle Reserven zu erschließen für eine noch bessere Versorgung unserer Bevölkerung, denn jeder dritte Apfel und jede dritte Birne im Angebot des Handels stammt schon jetzt aus den Gärten der Kleingärtner und Siedler.

Für Freude und Erfolg gärtnerischer Freizeitbetätigung ist die ausreichende Versorgung der Mitglieder mit Artikeln für Haus, Hof und Garten eine wesentliche Voraussetzung. Auch die Versorgung mit Düngemitteln, Pflanzenschutz-und Schädlingsbekämpfungsmitteln, Saat- und Pflanzgut, verschiedenen Erzeugnissen für die Kleintierhaltung sowie die Möglichkeiten der Ausleihe von Maschinen und Geräten und andere Erzeugnisse im Sortiment für Haus und Garten wurden wesentlich verbessert.

In zunehmendem Maße wird der Wettbewerb von Mitglied zu Mitglied um die Anerkennung als „Bester Kleingärtner“, „Bester Siedler“, „Bester Imker“ oder „Bester Züchter“ geführt. Die Gestaltung eines inhaltsreichen, niveauvollen und vielseitigen geistigkulturellen Lebens ist ein fester, unverzichtbarer Bestandteil der Verbandsarbeit. Die geistig-kulturelle Arbeit soll durch ein kulturvolles Gemeinschaftsleben, das auch Geselligkeit, niveauvolle Unterhaltung und künstlerische Selbstbetätigung einschließt, eine höhere Wirkung erlangen.

Ganz besonderer Beliebtheit erfreuen sich die jährlich stattfindenden Garten- und Wohngebietsfeste. Die Spartenheime sind auch Heimstatt der Frauenaktivs in den Sparten; sie widmen sich vor allem dem Volkskunstschaffen. Außerdem gibt es in den Sparten Chöre, Singegruppen, Ensembles, Kapellen, Arbeitsgemeinschaften und Zirkel.

Sehr beliebt und gern besucht sind auch die Ausstellungen des Verbandes: Kaninchen- und Geflügelausstellungen, Ausstellungen von Qualitätsobst und gemüse, aber auch von Ergebnissen des künstlerischen Volksschaffens zeugen von der Vielfalt sinnvoller Freizeitbetätigung.

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