Arbeiten mit Winkel und Schmiege – Für genaues Arbeiten unentbehrlich

By | September 22, 2015

Winkel zu messen und zu übertragen ist Grundlage jeder Bauausführung. Auch für rechte Winkel wird präzises Gerät benötigt.

Als Meßwerkzeug gibt es Winkel in starrer und verstellbarer Ausführung in Holz (Weißbuche oder gedämpfte Rotbuche), Metall (Stahl oder Aludruckguß mit Stahl) oder einer Kombination aus Holz und Metall. Der wichtigste ist mit 90 Grad der starre rechte Winkel. Je nach Verwendungszweck können seine Schenkel zwischen 150 und 1000 mm lang sein. Das ebenfalls starre Gehrungsmaß hat Winkel von 135 und 45 Grad. Die Schenkel einer Schmiege sind dagegen nicht fest miteinander verbunden. Der bewegliche Schenkel (auch Zunge genannt) kann um einen Punkt gedreht und verschoben werden. Um den eingestellten Winkel festzuhalten, wird die Zunge durch eine Schraube fixiert. So können einmal eingestellte Winkel mehrfach übertragen und kontrolliert werden.

Zeichendreiecke
Ein Set Zeichendreiecke besteht aus einem gleichschenkligen rechtwinkligen (Winkel 1 x 90 Grad, 2 x 45 Grad) und einem rechtwinkligen (Winkel 1 x 90 Grad, 1 x 30 Grad, 1  x 60 Grad) Dreieck. Durch das Aneinanderlegen beider Dreiecke lassen sich zusätzlich die Winkel von 75,105,120,135 und 150 Grad konstruieren. Mit Zeichendreiecken können Konstruktionszeichnungen hergestellt oder Schnittlinien auf dem Werkstück angerissen werden. Zur Kontrolle von Winkeln sind sie nicht so gut geeignet, weil sie keine Anschlagkante wie Zimmermannsoder Schreinerwinkel besitzen. Werden weitere Winkel benötigt, wird ein Winkelmesser mit Gradeinteilung zu Hilfe genommen. Damit können auf den Grad genau Winkel angerissen oder auf der Schmiege eingestellt werden. Zur Kontrolle und zum Anzeichnen kann auch ein Geodreieck eingesetzt werden.

Praktische Hilfen

Auch wenn man das richtige Meßwerkzeug nicht zur Hand hat, kann man Winkel festlegen und überprüfen. Es gibt viele Dinge des täglichen Lebens, die Hilfsfunktionen übernehmen können. Jeder Briefbogen, jede Zeitungsseite und ein maschinell zugeschnittener Bogen Packpapier sind genau rechtwinklig und können als exakte Winkelvorlage dienen. Faltet man ein rechtwinklig zugeschnittenes Papier über die Ecke, indem man genau Kante auf Kante legt, wird der 90-Grad-Winkel auf die Hälfte geteilt – genau richtig, um eine Rahmengehrung anzuzeichnen oder zu überprüfen.

Hat der Hilfswinkel nur kurze Schenkel, lassen sich diese Strecken durch Anlegen einer langen Geraden verlängern. Auch mit der geometrischen Formel a² + b² = c² (Pythagoras) kann man sich behelfen. So kann man z. B. den rechten Winkel bei einer Gartenanlage ermitteln, indem man sich aus Bindfäden ein Dreieck knotet, bei dem die beiden Strecken, die am rechten Winkel an-liegen, jeweils 3 und 4 m lang sind und die verbindende Schräge 5 m mißt. An den Eckpunkten gespannt und mit Pflöcken am Boden fixiert, ergibt sich ein rechter Winkel mit langen Schenkeln.

Selbstgebaute Winkel
Beim Anlegen von Terrassen, Rasenflächen, Gartenwegen oder Beeten werden große Anlegewinkel gebraucht. Aus drei langen Latten zusammengenagelt oder aus Pappe bzw. Hartfaserplatte zugeschnitten, kann man sich einen solchen Winkel schnell selbst hersteilen.

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