Baustelleneinrichtung und Entwässerung – Ordnung und Sicherheit beim Bauen

By | September 22, 2015

Eine Baustelle rationell einzurichten spart Zeit und Geld und dient der Sicherheit. Grundwasserschutz zählt zu den ersten Baumaßnahmen.

Der Bau eines Hauses gelingt nur dann, wenn sämtliche Arbeitsschritte zeitlich und räumlich so präzise ineinandergreifen wie die Zahnräder eines Uhrwerks. Damit das möglich ist, muß schon vor dem ersten Spatenstich, bei der Baustelleneinrichtung, für eine planvolle Zuordnung der Verkehrswege und der Standorte für Maschinen und Material gesorgt werden. Das liegt nicht nur im Interesse rationeller Betriebsabläufe, so daß Zeit und Kosten gespart werden, sondern auch im Interesse der Sicherheit. Denn unübersichtliche Verhältnisse bedeuten ein dauerndes Risiko für die auf der Baustelle arbeitenden Menschen.

Kurze und sichere Wege
Eine gut zugängliche Zufahrt ist von entscheidender Bedeutung. Sofern irgend machbar, sollte es sich um eine Durchfahrt handeln, damit die Lkws weder wenden noch rückwärts rangieren müssen.

Fast alle Baustellen verfügen über mindestens einen Turmdrehkran. Maßstab für seine Plazierung ist der Ausleger, denn der bildet den Radius des Schwenkbereichs.

Innerhalb des Bereichs sollten liegen:
•    das komplette Bauwerk,
•    die Lagerplätze für alle schweren Baustoffe (Stahl, Steine, Fertigteile),
•    ein Teil der Zufahrt, damit der Kran direkt vom Lieferfahrzeug Material übernehmen kann,
•    das Mutterbodenlager sowie
•    Stellplätze für Übergabesilos, Betonmischer etc.

Außerhalb des Bereichs sollten liegen:
•    der Zimmerplatz,
•    Unterkünfte,
•    die Stellplätze für die privaten Pkws der Beschäftigten und
•    die Nachbargebäude.

Doch schon der flüchtige Blick auf eine konkrete Situation (rechts) verrät, daß sich diese Wunschliste idealer Arbeitsbedingungen oftmals nur teilweise realisieren läßt.

Was heißt „Wasserhaltung“?
Der in der Fachsprache gebräuchliche Begriff Wasserhaltung ist insofern irreführend, als er eigentlich das Fernhalten des Wassers meint, und zwar das Trockenhalten einer Baugrube (oder eines Leitungsgrabens) während der Bauzeit. Zum einen geht es darum, das Regenwasser von der Baugrube abzuhalten bzw. abzuleiten. Das kann mit Hilfe von Entwässerungsmulden, Abdeckplanen oder einer Dränung geschehen.
Um einiges diffiziler stellt sich der Umgang mit Grundwasser dar. Sofern die Sohle der Baugrube unter dem Spiegel des Grundwassers liegt, würde es – ohne entsprechende Vorkehrungen -von den Seiten und von unten in die Baugrube eintreten. Abgesehen von der Beeinträchtigung der Bauarbeiten bewirkt das einströmende Wasser ein Aufschwemmen der Sohle und im Extremfall die in der oberen Zeichnung dargestellten Folgen: Der Baukörper bekommt Risse oder verkippt sogar.
Gegen seitlich eindringendes Wasser hilft eine Verbauung der Baugrube: Spritzbeton (an Böschungen), Trägerverbau (mit Betonausfachung) oder eine Stahlspundwand, jeweils mit Erdankern gesichert.

Dränen oder Abpumpen?
Bei sogenannter offener Wasserhaltung, einer einfachen und preiswerten Methode, dringt Grundwasser kontinuierlich in die Baugrube ein und wird ebenso kontinuierlich abgepumpt. Das geschieht mindestens mit Hilfe einzelner Vertiefungen in der Baugrubensohle, besser aber durch Gräben und Dräne. Die Leitungen der meist in eine Kiesschicht eingebetteten Ring- und Flächendränung münden in sogenannte Pumpensümpfe, aus denen das Wasser abgepumpt wird.
Für den Fall, daß der Wasserandrang von der Sohle her die Tragfähigkeit des Baugrundes gefährdet oder einfach zuviel Wasser anfällt, muß man höheren Aufwand treiben und eine Grundwasserabsenkung vornehmen. Zu so einer geschlossenen Wasserhaltung wird die Baugrube zunächst mit Spundwänden rundum gegen das Grundwasser abgedichtet und dann mit einem Gürtel von Rohrbrunnen umgeben. Das Abpumpen des Wassers bewirkt, daß der Grundwasserspiegel – mit einem „Sicherheitsabstand“ von rund einem halben Meter – unter die Baugrubensohle absinkt.

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