Bodenfliesen verlegen – Fliesen fürs Bad und für Wohnbereiche vol.2

By | September 26, 2015

Fliesenlegen
Bevor Sie die ersten Fliesen verlegen, muß zunächst die Fläche aufgeteilt werden. Dafür müssen Sie entscheiden, ob Sie (bei gleich großen Wand- und Bodenfliesen) die Fugen wie an der Wand weiterführen oder sie versetzt anordnen wollen. Die Fugen sollten so angeordnet werden, daß möglichst wenig Fliesen getrennt werden müssen und an den Kanten, die ständig im Blickfeld liegen, keine geteilten Fliesen das Bild stören. Mit der Schlagschnur oder einer Richtlatte werden nun genau nach Fliesenmaß und Fuge zwei Anschlaglinien gezogen, die sich etwa in der Raummitte exakt rechtwinklig kreuzen. Ausgehend von diesem Kreuzungspunkt, werden entlang der Linien die ersten beiden Reihen Fliesen trocken zur Probe und dann mit Kleber ausgelegt. Danach können dann die vier entstandenen Teilfelder belegt werden.

Kleberauftrag
Der Kleber muß absolut gleichmäßig und vollflächig aufgetragen und mit dem Zahnspachtel ausgekämmt werden. Fehlt an einer Stelle Kleber oder wird dieser zu dünn aufgebracht, liegt die Fliese hier später hohl. Die Folge kann sein, daß beim Begehen Geräusche entstehen und daß die Fliese bei punktförmiger Belastung zerbricht.

Anschlußfugen
Unterschiedliche Materialausdehnungen bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen sowie die Schwingungen der Bauteile durch das Begehen der Fläche führen bei starrer Füllung der Anschlußfugen zu Rissen, durch die Feuchtigkeit eindringen und den gesamten Bodenbelag absprengen kann. Deshalb müssen alle Übergänge zwischen unterschiedlichen Materialen der Baukörper mit dauerelastischem Fugenfüllstoff und nicht mit starrem Fugenzement abgedichtet werden.

Keramische Bodenfliesen sind als Bodenbelag für Naßräume ideal (oben). Sind Farbe und Größe der Fliesen festgelegt, kann man mit Hilfe einer maßstabsgerechten Grundrißskizze den Verlegeplan erstellen und auch Muster entwerfen (rechts).

Der Untergrund muß eben und haftfähig sein. Unebenheiten müssen ausgefüllt oder abgeschabt werden. Ein Stoßspachtel und grobes Schleifpapier können dabei helfen.
Anschlußfugen zwischen Leichtbauwänden und dem Estrichboden werden vor dem Verlegen der Fliesen mit dauerhaft elastischem Fugendichter rundum verschlossen.
In Naßräumen sollte der Boden mit einer Sperrgrundierung abgedichtet werden. Sie wird mit dem Quast aufgetragen und ist nach wenigen Stunden aufgetrocknet. Soll der Fugenverlauf der Wand weiter geführt werden, zeichnen Sie die Anschlaglinie mit einem Winkel und einer Richtlatte als Verlängerung auf den sauberen Boden.  Trocken mit Fugenkreuzen ausgelegte Fliesen zeigen den richtigen Abstand von der Ecke an. Mit einer Schlagschnur wir die Linie durch den ganzen Raum verlängert.  Entlang der Anschlaglinien werden nun mit Kleber zwei sich kreuzende Fliesenreihen von Wand zu Wand schnurgerade durch den ganzen Raum verlegt. Dann sind die Restfelder an der Reihe. Der
Kleber wird zunächst mit der glatten Seite der Kelle gleichmäßig aufgezogen und dann mit der gezahnten Seite ausgekämmt. Die Felder werden ausgelegt, von den gekreuzten Reihen ausgehend. Fugenkreuze sorgen für gleiche Abstände der Riesen.  Bei Übergängen zu anderen Bodenbelägen wird eine Anschlußschiene in das Kleberbett eingeklopft und dagegen gefliest.  Ist der Kleber trocken, wird gefugt. Die Masse auftragen, diagonal einreiben und überflüssiges mit dem Schwamm abnehmen.  Nach ca. zwei Tagen Trockenzeit werden die Anschlußfugen mit Sanitärfugendichter verschlossen und mit dem Finger geglättet.

Zahntiefe und Kleberschichtdicke
Die Zahntiefe der Kelle bestimmt die Dicke des Kleberbettes. Erforderlich sind für Riesengrößen bis 5 cm 3 mm Dicke, 5 bis 10 cm 4 mm Dicke, 10 bis 20 cm 6 mm und über 20 cm Kantenlänge eine Dicke der Kleberschicht von 8 mm.

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