Ein genialer Drehspiegel

By | September 25, 2015

Das ist doch mal etwas ganz besonderes: ein Spiegel, den Sie in alle Richtungen drehen können – der kardanische Leistenrahmen macht’s möglich. Beinahe schon ein Kunstobjekt.

Das Prinzip dieses Drehspiegels entspricht der Funktion eines Kardangelenks an Autos oder der Kompaßaufhängung bei Segelschiffen. Beide müssen nach allen Seiten hin beweglich sein, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können: Das Kardangelenk muß trotz einer schwingenden Federung die Antriebskraft an die Achse weitergeben, und der Kompaß sollte sich stets in der Horizontalen befinden, auch wenn das Schiff rollt oder schaukelt. Bei unserem Spiegel haben wir das Kardanprinzip gewählt, natürlich weil’s richtig lustig ist – und um die Spiegelfläche verdrehen und für jeden Bedarf genau einstellen zu können. Möglich wird das durch einen standfesten Fuß, einen starr darauf befestigten äußeren Rahmen sowie zwei weitere Rahmen, von denen der eine sich um eine vertikale Achse schwenken läßt, der andere um eine horizontale.

Als Baumaterial für den Spiegelfuß und die verschieden großen Rahmen haben wir sauber ausgehobelte, astfreie Kiefernholzquadratleisten von 43 x 43 mm Dicke verwendet, die wir beim Holzhändler ausgewählt haben. Etwas Verschnitt hinzugerechnet, waren das rund 20 lfd. M. Material, die rund 110 Euro gekostet haben. Hinzu kommt noch der Spiegel von 150 x 40 cm Größe, für den wir 33 Euro bezahlt haben. Leim, Holzdübel und Schrauben wurden aus dem Werkstattfundus genommen.

Im Handumdrehen fertig – alles nur aus Leisten

Der Materialaufwand für den Drehspiegel ist überschaubar. Für den Zusammenbau werden etwas Erfahrung und ein paar Elektrowerkzeuge gebraucht: eine Tischkreissäge mit winkelgerechtem Anschlag, um die Leisten sauber abzulängen und um die Nuten für das Spiegelglas schneiden zu können. Und eine Oberfräse mit Frästisch, um alle Leistenkanten, auch die der Hirnenden, mit einer leicht gerundeten Fase zu versehen.
Eine Bohrmaschine mit Bohr-ständer gehört dazu, um sämtliche Löcher für die Schrauben und die Holzdübel lotrecht in die Leisten bohren zu können. Was Sie sonst noch brauchen, ist räumliches Vorstellungsver-mögen. Dann werden Sie die Dübelachsen auch dort einset-zen, wo sie hingehören: mittig in zwei Rahmenlängskanten und zwei Rahmenquerleisten. Bevor Sie die Leisten verschrauben, sollten Sie sie mit Möbelwachs versiegeln!

Der Fasenfräser mit Anlaufring in der Oberfräse hilft, erst die Hirnholzkanten und dann die langen Kanten der Leisten sauber abzurunden.
kS Unterm Bohrständer durchbohrt man die Leisten für die Schraubverbindungen und fertigt auch die Sacklöcher für die Dübelholzachsen.
Mit Leim und Schrauben werden die Leisten des Spiegelfußes verbunden. Die äußeren Leisten nur anleimen, ohne sie zu verschrauben.
Eine Nut von 8 mm Tiefe muß man zum Fassen des Spiegels aussägen. Bei den kurzen Rahmenleisten sind Einsetzschnitte nötig.
Die Maße des Drehspiegels auf einen Blick. Gut zu erkennen: Die Drehachsen für den inneren Rahmen mit dem Spiegelglas liegen an den Seiten, die für den nächstgrößeren Rahmen liegen oben und unten. Der äußere Rahmen wird mit Schrauben auf dem Sockel fixiert.
El Mit einer Zwinge fixieren muß man die aufrechten und die kurzen Rahmenleisten, wenn der Spiegel eingesetzt ist. Dann verschrauben.
Nur die Dübelachsen und die U-Scheiben haben Kontakt zum Spiegelrahmen. Die Leisten des zweiten Rahmens verschrauben.
Durch die Sockelleisten dreht man die vier langen Schrauben, die dem äußeren, oben noch nicht geschlossenen Rahmen Halt verleihen.
Auf die Dübelachse gesteckt wird der vorgebohrte mittlere Rahmen. Die obere Querleiste mit dem Dübel aufstecken, festschrauben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.