Gaswasserheizer

By | September 22, 2017

Gaswasserheizer sind zwei- bis dreimal im Jahr zu reinigen, damit sie stets zur Zufriedenheit des Besitzers funktionieren. Wird nach einer gewissen Betriebsdauer eine verminderte Leistung festgestellt, liegt das am verschmutzten Wärmeaustauscher und am Brenner.

Es ist sehr zu empfehlen, daß Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften mit Vertragswerkstätten und Handwerksbetrieben Pflegeverträge abschließen, um die ständige Funktionssicherheit der Geräte zu gewährleisten. Der Mangel an Fachkräften zwingt jedoch oft zur Selbsthilfe; die hohe jährliche Zuwachsrate an Gasgeräten ermöglicht den Handwerksbetrieben kaum noch, Wartungsverträge mit den AWG, GWG und KWV abzuschließen.

Bestimmte Pflegearbeiten an Gaswasser-heizem können vom Laien selbst erledigt werden, wie das Reinigen des Wärmeaustauschers und des Brenners. Beides wird im folgenden beschrieben. Alle weiteren Arbeiten an diesen Geräten sind nicht statthaft, es sei denn, daß sich interessierte Bürger in einem der Qualifizierungslehrgänge, die bereits seit vielen Jahren in Berlin und anderen Städten unserer Republik von den Energieversorgungsbetrieben durchgeführt werden, eine entsprechende Berechtigung erwerben.

Im Gesetzblatt Teil I Nr. 25 vom 1.6 heißt es dazu in den §§2 und 3 der „Anordnung über die Berechtigung zum Ausführen von Arbeiten an Energieanlagen“ (auszugsweise):

Staatsorgane, wirtschaftsleitende Organe, Kombinate, Betriebe, Einrichtungen, Genossenschaften und gesellschaftliche Organisationen sowie Bürger können auf Antrag eine energiewirtschaftliche Berechtigung zur Ausführung von Arbeiten an Energieanlagen, die mit den öffentlichen Energieversorgungsnetzen verbunden sind oder verbunden werden sollen, erhalten. Über die erteilte Berechtigung wird ein Ausweis ausgestellt. Darin werden insbesondere angegeben

– Name und Sitz bzw. Wohnsitz des berechtigten Herstellers (gemeint ist der Bürger, der sich die Qualifikation erworben hat)

– Art und Umfang der Berechtigung (zulässige Arbeiten)

– Begrenzung der Berechtigung

– Geltungsdauer der Berechtigung

Reinigen des Wärmeaustauschers

■ Schraubenzieher, 24er Schlüssel

Der Wärmeaustauscher, der im Prinzip mit einem Autokühler zu vergleichen ist, hat im Gaswasserheizer die Aufgabe, das durch den Lamellenkörper strömende Kaltwasser um etwa 25 bis 45 Grad (je nach Entnahmemenge) zu erwärmen. Dieses Leistungsvermögen wird gemindert, wenn sich an den feingliedrigen Lamellen des Austauschers Rückstände verbrannten Gases festgesetzt haben, die die Wärmeleitfähigkeit beeinträchtigen.

Würde das Gasgerät überhaupt nicht gepflegt werden, käme es im Laufe derzeit zu Wärmestauungen und damit zur Überhitzung des Lamellenkörpers, die zur vorzeitigen Zerstörung des Heizkörpers führt.

Die einzelnen Arbeitsgänge zur Reinigung des Wärmeaustauschers sind bei den verschiedenen in den Haushalten befindlichen Typen von Gaswasserheizern im wesentlichen die gleichen. Die Bilder 1 bis 4 beschreiben die Handgriffe am WG 325, einem Gerät, das in den 60er Jahren in hoher Stückzahl im industriellen Wohnungsbau installiert wurde.

Zuerst werden das dem Gerät vorgelagerte Wasserventil geschlossen und die Gaszufuhr durch Schwenken des Gashebels in die „Aus“-Stellung (nach rechts bis zum Anschlag) gesperrt. Der Ziermantel des Geräts läßt sich abnehmen (Bild 1), nachdem dessen Arretierung (Verschraubung oder Drahtspange) gelöst wurde. Beim Trennen der Verbindung an den Rohrbögen mit einem 24er Schlüssel (Bild 2) ist ein Lappen bereitzuhalten, um das dabei aus den Rohrbögen fließende Wasser aufzunehmen; dieses Wasser kann noch heiß sein, wenn das Gerät unmittelbar vorher in Betrieb war. Danach wird die im rückwärtigen Teil des Geräts befindliche Befestigungsschraube des Wärmeaustauschers entfernt, die sich später beim Zusammenbau des Geräts meist nicht wieder hinein,.fädeln“ läßt (Bild 3). Beim Herauskanten des Lamellenkörpers darf auf keinen Fall die Zündsicherung (Bild 4) beschädigt werden. Der Austauscher wird unten zunächst nach vorn gezogen, bis die rückwärtig angebrachte Lasche aus dem Führungsblech rastet. Dann schwenkt man den oberen Teil des Körpers aus dem Gehäuse.

Die an den Lamellen haftenden Schmutzteile werden mit Wasser abgespült (Bild 5); am besten geht es mit der Schlauchbrause. Den Heizkörper setzt man dazu entweder in einen Eimer oder in das Porzellan-Handwaschbecken (Vorsicht, Bruchgefahr!). Die Badewanne ist dafür nicht zu empfehlen, da das grünliche Schmutzwasser die Emaille verfärben kann. Anschließend wird der Körper auf eine Holzunterlage zum Trocknen abgestellt.

Weitere Pflegemaßnahmen

Ältere Geräte wurden mit Rundbrennern ausgestattet, deren Bohrungen mühsam durchstochen werden mußten (Bild 6); bei den seit einigen Jahren verwendeten flach gehaltenen Edelstahlbrennern kommt kaum noch eine Verschmutzung vor. Nur wenn das Flammenbild einmal nicht mehr gleichmäßig erscheinen sollte, empfiehlt es sich, mit einer Handwaschbürste den Rechen des Brenners gründlich zu säubern (Bild 7).

Bei neueren Geräten gibt es einen Zündkopfbrenner, dessen Flamme sich regulieren läßt. Es ist stets darauf zu achten, daß die Flamme zur Hälfte auf die Bimetallfeder trifft und zur anderen Hälfte mindestens den ersten Rechen erreicht, um ein einwandfreies Zünden des austretenden Gases zu gewährleisten. Das Regulieren geschieht mit einem Schraubenzieher, nachdem die Kappe des Brennerkopfes abgeschraubt wurde (Bild 8).

Sonstige Hinweise

Rundbrenner werden nicht mehr gefertigt; sämtliche Rundbrenner-Sorten lassen sich durch Edelstahlbrenner ersetzen.

Bevor mit der Reinigung des Wärmeaustauschers begonnen wird, sollte man sich zwei Fiberdichtungen 18 mm·14 mm·2 mm besorgen. Mit unbrauchbar gewordenen Dichtungsringen läßt sich keine einwandfreie Verschraubung an den Rohrbögen mehr erzielen. Die regelmäßige Reinigung des Lamellenkörpers dient der eigenen Sicherheit, denn bei verstopftem Austauscher treten die Abgase anstatt in den Schornstein in den Küchenraum. Abgesehen von der Geruchsbelästigung kommt es zu Kohlenmonoxidbildung und damit zu Vergiftungen.

Die Zündflamme des Gaswasserheizers bleibt vorteilhafterweise immer brennen. Unter normalen Bedingungen ist damit gewährleistet, daß im Winter der Austauscher nicht einfriert.

Wartungsarbeiten an Gasraumheizern können nur vom Fachmann vorgenommen werden; Pflegearbeiten seitens des Laien beschränken sich auf die Reinigung emaillierter Verkleidungsteile sowie des Heizkörpers, am zweckmäßigsten jeweils vor Beginn der Heizperiode; in den Sommermonaten setzt sich nämlich darauf Staub ab, der dann, wenn das Gerät in Betrieb genommen wird, einen unangenehmen Brandgeruch verursacht.

Die Pfeile im Bild 9 verweisen auf die beiden Arretierungsfedern, die mit einem Schraubenzieher niederzudrücken sind, danach kann die obere Abdeckung abgenommen werden. Seitenteile und Vorderfront lassen sich dann abhängen. Bei dieser Innenreinigung des Geräts sollte nicht vergessen werden, den Spiegel, der zur Beobachtung der Zündflamme dient, ebenfalls mit abzuwischen.

1 Abnehmen der Verkleidung1 Abnehmen der Verkleidung

2 Trennen der Rohrverbindung zum Wärmeaustauscher

3 Entfernen der an der Rückwand befindlichen Befestigungsschraube

4 Herausschwenken des Wärmeaustauschers

5 Durchspülen des Lamellenkörpers

6 Durchstechen der Brennerlöcher: Pfeil verweist auf Zündflammendüse

7 Abbürsten des Hauptbrenners

8 Zum Regulieren der Zündflammengröße ist zuvor die Kappe des Brennerkopfes abzuschrauben

9 Außenwand-Gasraumheizer des VEB Monsator, Betrieb Wärmegeräte und Armaturenwerk Berlin. Die Pfeile verweisen auf den Sitz der beiden Arretierungsfedern der Geräteverkleidung

 

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