Haustür renovieren – Ein altes Stück erhält neuen Glanz

By | September 29, 2015

Früher waren Haustüren Einzelanfertigungen. Ein solches Unikat sollte erhalten bleiben. Durch behutsames Renovieren ist das meist möglich.

Ausgesuchte, lange abgelagerte Hölzer als Baumaterial und richtige Qualitätsarbeit erfahrener Handwerker ließen früher Haustüren zu kleinen Kunstwerken werden. Aufwendige Holzverbindungen der Rahmenkonstruktionen und die Paßgenauigkeit von Füllungen sorgten für eine Haltbarkeit der Türen, die mehrere Generationen der Hausbesitzer überdauerte. Wenn Sie Besitzer einer solchen Tür sind, sollten Sie eine Renovierung dem Neukauf vorziehen. Voraussetzung ist natürlich ein sanierungsfähiger Zustand.

Lohnt die Renovierung?

Ob es sich lohnt, eine Haustür zu renovieren, können Sie an vier Gesichtspunkten feststellen:
•    Schließt die Tür gut?
•    Bleiben beim Schließen Ritzen?
•    Ist der Rahmen verzogen?
•    Ist das Holz in gutem Zustand?

Die beiden ersten Punkte lassen sich durch reine Sichtkontrolle feststellen. Ob der Rahmen verzogen oder verdreht ist, kann man durch Anlegen einer Richtlatte oder eines geraden Metallprofils feststellen. Den Zustand des Holzes überprüft man am besten an der Unterseite der Tür. Durch Einstechen mit einer Nadel oder einer Messerspitze kann man feststellen, ob das Holz noch ausreichend Festigkeit hat. Ist es zu weich, lohnt die Renovierung nicht, besonders, wenn die Tür nicht durch ein Vordach geschützt und dem Schlagregen ausgesetzt ist.

Alte Anstriche entfernen
Nicht selten findet man auf alten Türen viele Anstriche übereinander. Sind es zwei oder drei Schichten, die dazu noch fest und unbeschädigt sind, können Sie als Untergrund bleiben, dann reicht das Anschleifen und Neulackieren. Finden Sie bei einem Kratzversuch aber mehr Schichten und ist die Oberfläche zudem noch uneben, sollten Sie sich für eine Grunderneuerung des Anstrichs entscheiden und alle alten Farbschichten entfernen. Dafür gibt es drei Möglichkeiten: mechanisch, thermisch oder chemisch. Mechanisch bedeutet kratzen, schaben und schleifen. Das geht gut bei glatten Flächen, ist aber mühsam bei Türen mit Kassetten und profilierten Leisten. Thermisch, also mit Heißluft die alten Anstriche aufzuweichen und abzuschieben ist auch eher für flächige Objekte geeignet. Bleibt noch die chemische Behandlung mit Abbeizer.

Chemische Abbeizer
Um moderne Acryllacke oder Zweikomponentenlacke abzubeizen, braucht man lösungsmittelhaltige Mittel, mit denen Schicht für Schicht der alten Anstriche abgetragen werden muß. Das ist aufwendig und bei vielen Farbschichten nicht sehr preiswert. Da die alten Türen mit Ölfarben oder Kunstharzlacken gestrichen sind, bietet sich ein anderes Verfahren an: Abbeiz-Strip auf alkalischer Basis. Dieser Abbeizer ist nicht geeignet für die genannten Acryl- und Zweikomponentenlacke, für Nitrolack und -wegen des Wassergehalts, der Leim und Kleber anlösen würde – auch nicht für furnierte Hölzer. Das Mittel wird in Pulverform geliefert, mit Wasser zu einer teigigen Masse angerührt und auf die abzubeizenden Fläche als dicke Schicht aufgetragen.

Die nötige Einwirkzeit richtet sich nach der Anzahl und Dicke der alten Farbschichten. Ist wenig Farbe anzulösen, reichen zwei bis drei Stunden. Das Mittel kann auch bis zu zehn Schichten in einem Arbeitsgang lösen. Dann muß es aber über Nacht einwirken können, und die aufgetragene Schicht sollte dann gegen Austrocknen mit Folie abgedeckt werden.

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