Leitern und Gerüste – Das Beste für hochgelegene Arbeiten

By | November 11, 2015

Leitern und Gerüste - Das Beste für hochgelegene ArbeitenLeitern zählen zu den Arbeitshilfen, die im Alltag häufig verwendet werden, im Haushalt und auf dem Bau. Richtig eingesetzt, sorgen sie für sicheren Aufstieg.

Für einen Großteil der Arbeiten im und am Haus ist die Reichweite der Arme zu gering – schon die Glühlampe einer Deckenleuchte auszuwechseln, ist ohne Hilfsgerät oft unmöglich. Um in der Höhe zu agieren, genügt vielfach eine Stehleiter, die nach dem Aufstellen, von der Seite betrachtet, wie ein großes A aussieht. Sofern dieses Gerät auf allen vier Beinen und ohne Wackeln an seinem Platz steht, kommt der Benutzer gefahrlos hinauf und wieder herunter. Im Interesse der Sicherheit sollte eine Leiter höchstens bis zur zweitobersten Sprosse benutzt werden.

Für Anlegeleitern gilt außerdem:
Der waagerechte Abstand zwischen dem Fuß der Leiter und der Hauswand (dem Baum etc.) sollte mindestens ein Viertel der Länge betragen, die sich zwischen der Standebene und dem Anlegepunkt der Leiter ergibt (Abbildungen umseitig). Auch muß die Leiter über den Anlegepunkt hinaus um mindestens noch einen Meter aufragen, damit sie bei seitlichem Verrutschen nicht den Halt verliert. Ein Anlehnwinkel zwischen 68 und 75 Grad garantiert gute Kippsicherheit und eine ausgewogene Verteilung der Last zwischen Boden und Anlegepunkt.

Steh- und Anlegeleitern lassen nur einen begrenzten Aktionsradius zu und sind deshalb für großflächiges Arbeiten nicht geeignet. Ein Gerüst schafft hier Abhilfe. Wer nur wenig Aufwand treiben und den Standort der Steigehilfe häufig ändern will, kommt mit einer Multifunktionsleiter zurecht, die über drei Gelenkachsen verfügt und sich so aufbauen läßt, daß knapp in Höhe der vierten Sprosse eine Arbeitsebene entsteht.

Sicherheit beim Gerüstbau

Eine weitere Möglichkeit zum Bau eines einfachen Gerüstes besteht darin, zwei oder mehrere Böcke mit Holzbohlen zu überbrücken (deren Dicke sich nach Stützweite und Traglast richtet). Nur als Behelf kann ein Gerüst dienen, das aus zwei Stehleitern aufgebaut ist. Auf vier Sprossen, im Höchstfall den jeweils dritten von oben, ruhen die Bohlen. Beide Konstruktionen erlauben Arbeitshöhen von ungefähr zwei Metern.
Für größere Höhen kommen nur Gerüste in Frage, die weitaus mehr Aufwand an Material, Zeit und Kosten erfordern, die aber bei sachgemäßer Auslegung ein Maximum an Arbeitssicherheit bieten. Stahl-rohr-Kupplungsgerüste, von vielen Baustellen ein vertrauter Anblick, bestehen aus Stahlholmen, die auf justierbaren Fußplatten ruhen, untereinander mit manschettenartigen Kupplungen verbunden und zur Aussteifung mehrfach diagonal verstrebt sind. Zudem wird das Gerüst in regelmäßigen Abständen im Mauerwerk verankert.
Welche Fehler auch bei der Montage solcher Gerüste lauern, zeigen die Zeichnungen rechts. So darf keinesfalls ein Seitenschutz (oben) fehlen, und dieser muß immer drei Komponenten aufweisen: einen Geländerund einen Zwischenholm sowie das Bordbrett (gegen Abrutschen von Arbeitsmaterial oder der Füße über die Außenkante des Bodens).

Konstruktive Sicherheit
In der Mitte der Zeichnung wird der Aufbau eines Rahmengerüstes gezeigt, wobei bereits der erste Schritt über die Standsicherheit des späteren Ganzen entscheidet: Die Bohlen, auf denen die Fußplatten ruhen, vergrößern die Standfläche. Sie verhindern, daß der Boden unter der Last nachgibt und das Gerüst sich neigt. Die Fußplatten sind mit Gewinden versehen, so daß sich die Ständerrahmen mit Hilfe drehbarer Spindeln exakt justieren lassen.
Die gleiche Sorgfalt erfordert die Benutzung gewöhnlicher Leitern. Gerade dann, wenn eine Steh- oder Anlehnleiter „nur mal eben ganz schnell“ aufgestellt wird, passieren folgenschwere Unfälle. Auf nachgiebigem Boden – erst recht auf feuchtem Untergrund – jeweils ein Brett unter die Füße schieben und dafür sorgen, daß die Leiter nicht einsinkt. Großdimensionierte Leichtmetallleitern verfügen über eingebaute Sicherheit: Bei (mindestens) einem Beinpaar spielt ein festsitzendes Querrohr die Rolle der Bohlen oder Bretter. Kunststoffschuhe an den Enden des Querrohrs sorgen für festen Stand. Die Spitzenmodelle dieses Leitertyps zeichnen sich dadurch aus, daß sie keiner waagerechten Standfläche bedürfen, sondern „treppengängig“ sind: Die beiden Schenkel der Stehleiter können auf verschiedene Standhöhen eingestellt werden.

Ein wichtiges Kriterium beim Kauf einer Leiter sollte auch ihr Gewicht sein: Läßt sie sich bequem transportieren, leicht auf- und abbauen? Denn nur eine handhabbare Leiter wird viel und gern benutzt.

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