Mit Zwingen richtig arbeiten – So wird Verbindungen Druck gemacht

By | September 29, 2015

Zwingen sind als Helfer in Holz- und Möbelbau unentbehrlich: Beim Leimen und Kleben der Bauteile sorgen sie für richtigen Anpreßdruck.

Schraub- und Klemmzwingen sind Werkzeuge, die in keiner Heimwerkstatt fehlen. Sie sollen Teile, die zusammengefügt werden, fixieren und den Druck punktgenau übertragen. Dabei dürfen die Teile nicht verrutschen.

Die Qualität einer Leimfuge oder Klebestelle und damit ihre Haltbarkeit hängt je nach dem verwendeten Kleber von der Höhe des Anpreß-drucks und der Preßzeit ab.

Die gebräuchlichste unter den Schraubzwingen ist die Moment-Schraubzwinge. Sie besteht aus einer prismatischen Stahlgleitschiene, zwei Armen aus Temper- oder Zinkdruckguß und einer Spindel mit Griff. Der eine Arm ist fest, der andere beweglich auf der Schiene. In ihm befindet sich das Gegengewinde für die Spindel. Auf die gewünschte Spannweite eingestellt, verkantet er sich beim Anziehen der Spindel und bleibt fest in der arretierten Position. Durch das Flachgewinde der Spindel kann mit Zwingen großer Druck erzeugt werden, der durch eine beweglich gelagerte Druckplatte übertragen wird. Bei Ganzstahlzwingen sind Schiene und fester Arm aus einem Stück geschmiedet.

Längen und Ausladung
Die handelsüblichen Schraubzwingen reichen von 100 mm Spannweite und 50 mm Ausladung (auch als Tiefe bezeichnet) bis 1000 mm bei 175 mm Tiefe. Diese Zwingen sind auch mit Schutzkappen an den Druckpunkten oder einem durchgehenden Spannschutz erhältlich. Spezialzwingen, auch als Schraub-knechte bezeichnet, gibt es mit Spannlängen bis 3000 mm und Tiefspannzwingen auch mit Ausladungen bis 500 mm. Dabei handelt es dann um Sondermodelle, die in einer Heimwerkstatt kaum benötigt werden.

Wie bei den meisten Werkzeugen gilt auch bei Zwingen, daß Qualität ihren Preis hat. Billigzwingen erzeugen zu wenig Druck, weil das Material nachgibt, die Spindeln sind häufig schwergängig, und Klemmen und die Zwingenarme können bei großer Belastung leicht brechen. Einhand- und Schnellspannzwingen unterschiedlicher Systeme ersetzen die dritte Hand, die beim Ansetzen herkömmlicher Zwingen häufig gebraucht wird. Ohne Spindel funktionieren Klemmzwingen, die keinen so hohen Druck wie Spindelzwingen erzeugen, aber für die meisten Arbeiten ausreichen. Der Druck bei diesen Zwingen entsteht durch einen exzentrisch gelagerten Hebel, der auf eine Druckplatte gepreßt wird und das Werkstück einklemmt. Zwingen dieser Art gibt es aus Metall mit Kunststoffteilen und aus Holz mit einer Metallschiene. Zubehörteile machen aus einfachen hölzernen Klemmzwingen ein vielseitiges Spannsystem, das sogar eine kleine Hobelbank ersetzen kann.

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