Schwimmenden Estrich verlegen Schall – und Wärmedämmung eingebaut

By | Dezember 4, 2015

Schwimmenden Estrich verlegen  Schall - und Wärmedämmung eingebautSchwimmender Estrich schafft einen stabilen Boden. Und er erfüllt alle Anforderungen an Schall- und Wärmedämmung im Wohnbereich.
Als schwimmenden Estrich bezeichnet man einen Fußbodenaufbau, bei dem die Bodenplatte, der sogenannte Estrichkörper, keine feste Verbindung zu einem angrenzenden Bauteil hat – sie schwimmt vollflächig auf der Dämmschicht. Dadurch wird zum einen eine optimale Wärmedämmung erreicht, zum anderen wird eine Schallübertragung in daneben-oder darunterliegende Räume nahezu ausgeschlossen.

Konstruktive Details
Damit der Fußboden diese Anforderungen erfüllen kann, müssen einige konstruktive Besonderheiten berücksichtigt werden. Durch die fehlende Verbindung zum festen Baukörper muß die Bodenplatte selbsttragend sein und bedarf deshalb einer größeren Eigenstabilität. Damit sie auch bei punktförmiger Belastung nicht bricht, muß die Estrichstärke in Wohnräumen mindestens 35 mm betragen, in stärker begangenen Räumen wie Treppenhäusern, Fluren oder gar gewerblich genutzten Räumen entsprechend stärker (siehe Tabelle).
Ein weiteres wichtiges Detail ist die Dämmstoffdicke. Auf allen Estrich-Dämmstoffen sind immer zwei Stärken angegeben (z.B. 35/30). Dabei bezeichnet das erste Maß die Stärke im entspannten, das zweite die Dicke des Dämmaterials im belasteten Zustand. Dieses zweite Maß zuzüglich der Estrichstärke muß vor allem berücksichtigt werden, wenn in einen einzelnen bestehenden Wohn-raum nachträglich ein schwimmender Estrichfußboden eingezogen werden soll, etwa in Verbindung mit einer neuen Fußbodenheizung. Zum einen entsteht dadurch grundsätzlich eine entsprechend hohe Stufe im Türbereich, zum anderen kann es passieren, daß nachher bereits vorhandene Möbel, etwa raumhohe Einbauschränke, durch die entsprechend geringere Raumhöhe nicht mehr in das Zimmer passen und angepaßt werden müssen.

Aufbau der Dämmschicht
Bevor die erste Schaufel Estrichbeton angemischt wird, muß zunächst der Unterbau erstellt werden. Dabei wird äußerst sorgfältig vorgegangen. Der gesamte Unterbau besteht aus vier Schichten: der Feuchtigkeitssperre gegen aufsteigende Bodenfeuchte, zwei Lagen Dämmaterial und der Abdeckung. Als erste Feuchtesperre werden Bahnen aus Öl- oder Teerpapier so ausgelegt, daß sich ihre Ränder mindestens 10 cm überlappen. Die seitlichen Ränder müssen bis über die Estrichhöhe an der Wand hochgezogen werden.
Als Dämmaterial können verschiedene Materialien verwendet werden: Glas- oder Mineralfasermatten, Hartschaum oder Kork. Für alle Materialien gilt aber als wichtigste Regel: Sie müssen absolut fugendicht verlegt werden. Eine einzige offene Fuge, in welche später Beton eindringt und eine feste Verbindung zum Baukörper herstellt, hebt die Schalldämmwirkung der gesamten Fußbodenfläche auf. Aus diesem Grund ist es sicherer, wenn die Dämmschicht anstatt aus einer dicken aus zwei dünneren Lagen hergestellt wird. In der zweiten Schicht können die Matten dann so angeordnet werden, daß die Fugen der ersten Schicht abgedeckt sind. Ringsum zur Wand sowie rund um alle vom Boden aufgehenden Bauteile, etwa Heizungsrohre oder Stützkonsolen, muß ein Randstreifen bis über Estrichhöhe angebracht werden, um eine Trittschallübertragung zu unterbinden. Als vierte Lage folgt dann die Abdeckfolie, die das Dämmaterial gegen die Feuchtigkeit aus dem Estrich schützt.
Jetzt können die Richtlatten ausgelegt und ausgerichtet, der Betonmischer gestartet werden. Nach etwa acht Tagen haben Sie dann einen stabilen Boden unter den Füßen. Die lange Zeit braucht der Estrichmörtel, um richtig fest abzubinden.

Letzte Schicht beim Glätten: einfach pudern
Um der Oberfläche des Estrichs den letzten Schliff zu geben, wird der Glätter mit möglichst langen Zügen über die Fläche geführt. Dabei wird die Vorderkante in Bewegungsrichtung leicht angehoben. Die dadurch austretende Betonmilch verschließt die Poren und glättet die Fläche. Rauhe Stellen werden leicht angefeuchtet und mit losem Zement überpudert.

Der Unterbau besteht aus vier Schichten, der unteren Feuchtesperre, zwei gegeneinander versetzten Dämmschichten und der Trennfolie. Darauf wird der Estrich geschüttet. In der Aufbauskizze ist deutlich zu erkennen, daß der Estrichkörper selbst ringsum keinerlei Verbindung zu angrenzenden Bauteilen hat – er schwimmt. Bei nicht unterkellerten Räumen ist es ratsam, als erstes eine Lage Ölpapier auszulegen, um das Dämmaterial gegen aufsteigende Feuchtigkeit zu schützen.
Die einzelnen Dämmatten müssen ganz genau passend zugeschnitten werden. Zwischen den einzelnen Matten dürfen keine offenen Fugen verbleiben. Die zweite Lage Dämmatten wird quer zur ersten Lage verlegt und so angeordnet, daß deren Fugen abgedeckt sind. Ringsum zur Wand und um alle aufgehenden Bauteile wird ein Randstreifen eingesetzt, der über die Estrichhöhe reicht. Die gesamte Dämmschicht wird nun mit einer Folie abgedeckt, um jene vor der Feuchtigkeit der Estrichmasse zu schützen. Auf diesem Unterbau werden die Richtlatten ausgelegt und mit einer langen Wasserwaage ausgerichtet. Die erdfeuchte Estrichmasse wird auf die Fläche verteilt und mit der Abziehlatte über die Richtlatten eben abgezogen. Ist die Masse angezogen, werden die Latten enfernt und die Fugen ausgefüllt. Eine Trittplatte verhindert Spuren und Schäden. Der Estrichglätter wird zum Glätten mit sanftem Druck über die Oberfläche geführt, bis sich alle Poren geschlossen haben.

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