Spindeltreppe einbauen – Stufe für Stufe selbst aufgebaut

By | September 29, 2015

Individuell gefertigt, als kompletter Bausatz geliefert und selbst aufgebaut: Das ist der preiswerteste Weg zu einer Spindeltreppe.

Die Baupreise und die allgemeine Wohnraumknappheit zwingen immer mehr dazu, vorhandenen Raum optimal zu nutzen. Deswegen werden auch immer mehr Dachböden nachträglich für Wohnzwecke ausgebaut. Aber wie kann man den damit gewonnenen Wohn-raum am besten erreichen? Einschubtreppen sind keine gute Lösung, und für eine feste, geradeläufige Treppe reicht der vorhandene Platz meist nicht aus.

Praktische Spindeltreppen
Spindeltreppen, bei denen die einzelnen Stufen von einer Mittelsäule getragen werden, sind eine praktische Alternative, gleichgültig, ob sie zu einer Empore oder zu einem vollständig ausgebauten Dachboden führen.

Der kleinste Durchmesser einer Spindeltreppe beträgt ca. 110 cm. Er sollte aber nur in Ausnahmesituationen gewählt werden, weil das Begehen nicht sehr bequem ist. Normal begehbar sind Treppen mit 140 bis 160 cm Durchmesser, für den Transport sperriger Güter sollten es 210 cm sein. Die Treppe entspricht dann auch der baurechtlich notwendigen Treppe nach DIN 18065 für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Sicherer Standpunkt
Bei stabilen Betondecken kann man die Treppenspindel an jedem beliebigen Punkt aufstellen. Bei tragfähigen Holzdecken muß sich das Lager auf einem Balken befinden. Wenn das nicht möglich ist, muß ein Wechsel zwischen zwei tragfähigen Balken eingezogen werden.

Baumaterial und äußere Gestaltung
Als Baumaterial für Spindeltreppen werden Holz und Stahl eingesetzt. Daraus ergeben sich viele Möglichkeiten, die Treppe harmonisch auf die Raumgestaltung abzustimmen. So kann die Treppe ein rein technisch aussehendes Funktionsteil sein, durch die Gestaltung mit unterschiedlichen Hölzern aber auch den Charakter eines Einbaumöbels haben. Für die Selbstmontage am besten geeignet sind Treppen mit einer Stahl/Holzkonstruktion. Dabei bestehen die tragenden Teile wie Spindel (Mittelrohr), Stufenlager und Geländer aus Stahl und die Trittstufen aus Holz. Angeboten werden strapazierfähige Holzarten wie Ahorn, Buche, Esche, Mahagoni und Eiche. Die Holzteile gibt es mit fertig bearbeiteter Oberfläche oder fein geschliffen zum Selbstbearbeiten mit Beize und Lack, mit Wachs oder Lasuren. Hier läßt sich durch Eigenleistung Geld einsparen und durch individuelles Anpassen des Holzes auf die vorhandene Einrichtung ein harmonisches Gesamtbild erreichen.

Planung und Aufbau
Schon bevor Sie mit dem Ausbau des Dachbodens beginnen, sollten Sie sich mit dem Treppenlieferanten in Verbindung setzen, damit die richtigen Voraussetzungen für den Einbau geschaffen werden. Da jeder Treppenbausatz vom Hersteller individuell angefertigt und zusammengestellt wird, ist ein genaues Aufmaß an Ort und Stelle nötig. Das sollten Sie dem Fachmann überlassen, der Ihnen dabei auch gleich Tips für den Einbau geben kann.
Aus der Geschoßhöhe, von OKFF (Oberkante Fertig-Fußboden) bis OKFF, ergibt sich die Anzahl der Stufen und die Höhe der Steigung pro Stufe. Die Auftrittbreite der Stufe im Laufbereich bestimmt die Verdrehung von Stufe zu Stufe auf der Spindel und bestimmt damit die Position der untersten Stufe, also den Punkt, an dem die Treppe unten beginnt. Nach dem Aufmaß werden vom Treppenlieferanten Zeichnungen angefertigt, die Ihnen später beim Treppeneinbau helfen können.

Für den Einbau der Treppe sollten Sie einige handwerkliche Kenntnisse besitzen, und es sollte Ihnen ein Helfer zur Hand gehen. Besondere Werkzeuge sind nicht erforderlich. Dem Treppenbausatz liegt eine ausführliche Einbauanleitung bei.

Balkenabstände beachten
Wird das Loch der alten Einschubtreppe für eine Spindeltreppe verwendet, muß es entsprechend vergrößert werden. Muß dafür ein Balken durchtrennt und ein Wechsel eingesetzt werden, sollten Sie das einem Zimmermann oder Fachbetrieb überlassen.

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