Untermauerte Kellertreppe einbauen – Auf sicheren Stufen nach unten

By | November 11, 2015

Untermauerte Kellertreppe einbauen - Auf sicheren Stufen nach untenOb bei einer Haussanierung oder einem Neubau, eine gerade Kellertreppe kann man als geschickter Heimwerker selber einbauen.
Die meisten Kellertreppen sind als geradläufige Treppen angelegt, also ohne Wendel und nicht als Spindeltreppe. Treppen dieser Art kann man selbst planen, konstruieren und einbauen. Komplizierte Wendel- und Spindeltreppen zu planen und zu konstruieren sollte man doch lieber einem Treppenbauer überlassen, es sei denn, man nimmt eine vorgefertigte Treppe für den Selbsteinbau.

Alte Treppe als Vorlage
Geht es darum, eine vorhandene Treppe gegen eine neue auszutauschen, kann man Konstruktion und Maße für die neue Treppe von der alten übernehmen. Bei einem Treppenneubau sollte man sich einen maßstabsgetreuen Aufriß machen. Zuerst muß das Geschoßmaß ermittelt werden. Das ist das Maß von der Oberkante des fertigen Fußbodens (OKFF) im Erdgeschoß bis zur Oberkante des Bodens im Keller. Dann ermittelt man die Anzahl der Stufen. Dabei soll die Steigung pro Stufe zwischen 16 und 19 cm liegen und der Auftritt 25 bis 32 cm breit sein. Das Verhältnis Steigung/Auftritt wird dabei wie z. B. 16/25 angegeben. Der Winkel der Treppe und damit die Position der untersten Stufe ergibt sich aus einer Formel: Zwei Steigungen plus ein Auftritt sollten zusammen 63 cm betragen. Das entspricht ungefähr der Schrittlänge eines erwachsenen Menschen. Bei unserem Beispiel (s. Zeichnung) sind das zwei Steigungen ä 19 cm und eine Auftrittsbreite von 24,5 cm. Zusammen ergibt das ein Maß von 62,5 cm. Die Treppe würde mit dem Verhältnis 19/24,5 angegeben.
Ist weniger Platz vorhanden, kann es auch noch etwas steiler zugehen. Als steilste Treppe in einem Einfamilienhaus ist ein Verhältnis von 20/20 zugelassen. Das entspricht einem Winkel der Treppe von 45 Grad.
Der in der maßstabsgetreuen Zeichnung ermittelte Stufenverlauf wird 1:1 auf die Seitenwand der Treppe übertragen, und die Positionen der Schlitze werden genau markiert. In entsprechendem Abstand ziehen Sie dann die Treppenmauer hoch.

Porenbeton als Baumaterial
Am einfachsten läßt sich die Untermauerung der Treppe aus Porenbeton herstellen. Die Planblöcke kann man mit einer Spezialsäge millimetergenau zuschneiden. Das Auflager für die einzelnen Stufen wird mit der Wasserwaage von der Zeichnung auf der Wand genau auf die Mauer übertragen. Sind die gemauerten Auflagen später zu hoch, kann Material mit einem Surformhobel, einer Spezialraspel, abgetragen werden. Fehlt Material, kann man das Auflager mit einer dünnen Mörtelschicht erhöhen.

Besteht die Hauswand neben der Treppe wie bei unserem Beispiel aus Porenbeton, ist das Einstemmen der Schlitze kein Problem. Man bohrt innerhalb des angezeichneten Stufenprofils eine Lochreihe und bricht das Material in der Mitte mit einem scharfen Meißel oder einem alten Stechbeitel heraus. Bei Wänden aus Kalksandstein wäre dieses Verfahren sehr mühsam. Dann verwendet man besser Auflager aus Dachlattenabschnitten, die für jede Stufe mit drei kräftigen Dübeln in der Wand verankert werden. Die Stufen werden an diesen Latten von oben (oder, wenn zugänglich, von unten) mit versenkten Schrauben befestigt. Mit Schrauben und zusätzlich mit Porenbetondübeln werden die Stufen auch auf der Mauer befestigt. Die Stufen bestehen aus Leimholz, das man sich aus größeren Platten oder Streifen selber zuschneiden kann oder gleich fertig als Treppenstufen kauft. Dabei kann man zwischen unterschiedlichen Holzarten wählen. Diese fertigen Stufen haben Standardtiefe, angerundete Kanten und eine unten leicht nach hinten abgeschrägte Front. In Standardmaßen gibt es diese Stufen bereits abgelängt, bei ausgefallenen Treppenbreiten muß man sie sich selbst auf das gewünschte Maß ablängen.

Eine Treppe, die sich sehen lassen kann. Baumaterial ist massives Kiefernleimholz. Die Oberfläche wurde fein geschliffen und anschließend mit drei Schichten Parkettlack dauerhaft versiegelt.  Nach dem Aufriß werden Wandschlitze in die Seitenmauer gestemmt. Lochreihen, die zuvor in den Porenbeton gebohrt werden, erleichtern diese Arbeit sehr. Genau in Flucht zu den Schlitzen wird die treppenförmige Mauer als Gegenlager aufgesetzt. Die Porenbetonblöcke dafür lassen sich maßgenau zusägen.
Mit Zweikomponentenkleber werden Setz- und Trittstufen miteinander verbunden. Zuvor die Stufenauflagepunkte mit Mörtel exakt auf die richtige Höhe bringen. Der Kleber hat eine offene Zeit von ca. 20 Minuten – ausreichend Gelegenheit, die Stufen auszurichten. Mit einem langen Winkel die richtige Position zur Wand prüfen.  Mit Zwingen die Stufen an der Außenseite pressen. Innen den nötigen Preßdruck durch Holzkeile im Mauerschlitz erzeugen. Genau eingepaßt werden die Stufen im oberen Treppenbereich, wo die Seitenmauer die Breite der Stufen bestimmt. Ist der Kleber ausgehärtet, werden die Zwingen abgenommen und die Stufen auf beiden Treppenseiten mit Mörtel angeputzt.  Mit Anschlußfugendichter oder elastischer Spachtelmasse nacharbeiten. Die Stufen vorher mit Kreppband abkleben. Flächen und Kanten werden fein geschliffen und mit Treppen- oder Parkettlack dreimal gestrichen. Gut trocknen lassen.  Ein Stützpfosten wird auf Höhe der untersten Stufe zwischen Boden und Decke festgesetzt. Er trägt das Geländer.  Am Geländer müssen die Griffkanten besonders gerundet und geschliffen werden. Hier reichen dann zwei Lackanstriche.

Beim Hausneubau: Baubretter als Stufen
■    Wird die Treppe in einen Neubau eingesetzt, sollten Sie mit dem Holzbau warten, bis alle Bauarbeiten am Haus abgeschlossen sind. Damit bewahren Sie das neue Holz vor Schäden. Treppenmauer und Stufenschlitze werden vorgearbeitet und einfache Baubretter als provisorische Stufen eingesetzt.

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