Wenn auf der Baustelle was passiert

By | Februar 4, 2015

BAUHERREN Immer in der Pflicht

Kommt jemand zu Schaden, wird immer der Bauherr haftbar gemacht – auch wenn er Baufirmen beauftragt hat.
Baumaterial an der Straße, offene Gruben, spärliches Licht, Gefahrenquellen gibt es viele.
DIE PRAXIS: Als Bauherr müssen Sie darauf vorbereitet sein, daß Dritte Regreßansprüche an Sie richten.
DER GRUND: Es kann nicht Sache der Geschädigten sein herauszufinden, wer der Verantwortliche war -der Architekt etwa, die Handwerker? Aus diesem Grund haften Sie als Bauherr auch dann, wenn Sie keine oder wenig Mitschuld tragen.
DIE FOLGE: Sie müssen zahlen. Und es kann ein langer Streit werden, wenn Sie von anderen Mitverantwortlichen Teilbeträge zurückfordern.
UNSER RAT: Vermeiden Sie jedes Risiko, indem Sie eine spezielle Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen. Die kostet, wenn Sie z. B. viel handwerkliche Selbsthilfe leisten, etwa 400.

GELD SPAREN – Police prüfen
Nutzen Sie Ihr Eigenheim selbst? Und haben Sie eine Privathaftpflichtversicherung? Dann können darin Ihre Bauherrenrisiken beim An-/Umbauen bereits versichert sein.
ABER VORSICHT: Mitunter sind die Baukosten in den Privathaftpflichtpolicen auf 20 000, in anderen auf 50 000 Mark begrenzt. Es gibt mehr als 100 Versicherer in der Bundesrepublik, und die Konditionen sind dementsprechend vielfältig. UNSER RAT: Lassen Sie sich von Ihrem Privathaftpflichtversicherer schriftlich bestätigen, daß die Risiken Ihres Bauvorhabens gedeckt sind. Wenn nicht, müssen Sie eine separate Bauherrenhaftpflichtversicherung abschließen.

HÖHERE GEWALT – Unwetter und Diebe
Auf Baustellen sind selbst bereits eingebaute Armaturen vor Dieben nicht sicher. Wer ersetzt die teuren Stücke?
FALSCH IST die Meinung, daß Bauherren nicht auch schon während der Bauzeit für Schäden am Bau zu zahlen haben RICHTIG IST: Auch schon vor der Abnahme einer Handwerkerleistung haften Sie für Schäden durch höhere Gewalt und andere unabwendbare Umstände.
ACHTUNG: Nach deren Abnahme tragen Bauherren auch das Diebstahlrisiko!
UNSER RAT: Schließen Sie eine Bauleistungsversicherung ab. Beitrag: ca. 2,50 Mark je 1000 Mark Baukosten, sofern Sie zehn Prozent (mind. 300 Mark je Schaden) tragen.

RECHTSSCHUTZ Vorsicht, Falle!
ln den entscheidenden Fällen ist der Versicherungsschutz häufig ausgeschlossen.
Rechtsschutzversicherungen tragen beispielsweise nicht die Kosten, wenn Sie als Bauherr Streit mit Architekten oder ausführenden Baufirmen bekommen. Anwalts- und Gerichtskosten müssen Sie selbst zahlen. Die Versicherer kommentieren diesen Zustand: Ein solcher Rechtsschutz für Baustreit käme viel zu teuer.

UNFALL Sind Sie selbst versichert?
Weil das Gesetz Lücken hat, müssen sich Bauherren oftmals selbst gegen Unfälle versichern.
Wenn Verwandte oder Freunde Ihnen beim Bauen helfen, gilt die gesetzliche Unfallversicherung. Als Bauherr sind Sie und Ihr Ehepartner aber nur dann einbezogen, wenn
•    Vater Staat Ihnen öffentliche Mittel im 1. Förderungsweg gewährt und
•    der Wert Ihrer Eigenleistungen mindestens 1,5 Prozent der Baukosten beträgt.
In einem solchen Fall ist die Versicherung für unbezahlte Helfer sogar kostenlos. Ohne öffentliche Mittel müssen Sie für Ihre Helfer Beiträge zahlen, die nach Gefahrenklassen gestaffelt sind.
ACHTUNG: Sie und Ihr Ehepartner sind dabei ausgeklammert. Versichern Sie deshalb Ihr Unfallrisiko bei der Bauberufsgenossenschaft oder einem Versicherer Ihrer Wahl.

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