Was treibt uns morgen an?

Dieser Frage auf der Spur waren auf Einladung des Unabhängigen Instituts für Umweltfragen e.V. (UfU) am 22. März 2010 mehr als 50 Experten aus Forschung, Politik, Verkehr und dem Bereich Erneuerbare Energien.

Eingestimmt wurden die Teilnehmer der Tagung in den Räumen der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin mit einem Vortrag des ehemaligen Bundesverkehrsministers Wolfgang Tiefensee. Hierbei verlangte Tiefensee eine ergebnisoffene Förderung alternativer Antriebstechnologien durch die Politik, damit sich letztlich die sinnvollsten und nachhaltigsten Alternativen durchsetzen könnten.

Dr. Klaus Bonhoff erläuterte im Anschluss die Potentiale nachhaltiger wasserstoffbasierter Mobilität. Als Geschäftsführer der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) favorisiert er diese Zukunftstechnologie – eine Position, die im anschließenden „World Café“ die anwesenden Experten zur Diskussion anregte.

Im World Café, einem offenen Diskussionsformat, bearbeiteten die Teilnehmer Rahmenbedingungen, Potentiale, Chancen und Hindernisse der Wasserstofftechnologien für den Verkehr und die Energieinfrastruktur der Zukunft.

Einigkeit herrschte unter den Diskutanten darüber, dass Wasserstoff als Kraftstoff nur dann energetisch wie auch politisch sinnvoll ist, wenn er in Zukunft aus Erneuerbaren Energien hergestellt wird. Uneins waren die Teilnehmer jedoch darüber, ob die Mobilität der Zukunft primär durch Wasserstofftechnologien geprägt sein sollte, oder ob der Fokus von Politik und Forschung auf alternative Verkehrskonzepte jenseits der Individualmobilität gerichtet werden sollte.

In seinem aufschlussreichen Referat unterfütterte Falko Ueckerdt vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung die Diskussion mit aktuellen Erkenntnissen der Klimaforschung.  Ueckerdt zeigte den sofortigen Handlungsbedarf für einen schnellen Wechsel von fossilen zu erneuerbaren Energien auf. Effiziente Antriebssysteme und alternative Kraftstoffe wie auch fundamentale Änderungen im Mobilitätsverhalten sind notwendig, um die CO2-Reduktionsziele im Verkehrssektor zu erreichen.

In der abschließenden Diskussionsrunde im „Fishbowl“-Format wurden Fragen zur Notwendigkeit der Dekarbonisierung des Verkehrssektors intensiv diskutiert. Intensiv wurden die Differenzen zwischen den beiden Akteurswelten Wasserstoff und Erneuerbare Energien diskutiert und festgestellt, dass die Gemeinsamkeiten bei allen – auch kulturellen – Unterschieden deutlich überwiegen.